Spaltet Web 2.0 die Gesellschaft?

Es ist erstaunlich: manche jonglieren so selbstverständlich mit Begriffen wie Tags, Web 2.0, virales Marketing als gehörten diese Wörter schon jeher in unseren Sprachgebrauch. Und andere wiederum – die Mehrheit – hat von all diesen neuen Erscheinungen noch nie irgendwas gehört. Es ist als würde ein digitaler Graben unsere Gesellschaft in die Sehenden und die Nicht-Sehenden spalten: in diejenigen, die nutzen und daran teilnehmen und diejenigen, an denen das neue Phänomen komplett vorbei geht. Die Frage ist, wie sieht die Zukunft aus? Wird die Gesellschaft zunehmend gespalten? Wird es diejenigen geben, die sich mit dem zufrieden geben, was ihnen geboten wird – Samstagabendprogramm mit Thomas Gottschlak und Produktbeschreibungen a la Stiftung Warentest. Gegenüber denjenigen, die je nach persönlicher Vorliebe Videos auf Portalen wie Daiylmotion ansehen und sich eigenverantwortlich informieren und mehr dem Urteil anderer Verbraucher vertrauen? Oder wir sukzessive eine Durchdringung stattfinden und selbst Oma und Opa irgenwann mitmachen im Mitmach-Web? Oder handelt es sich am Ende nur um einen Trend anstatt um die neue Realität? – Nun, das ist wohl eher nicht anzunehmen. Es ist schwer vorstellbar, dass die Verbraucher plötzlich wieder in die Rolle der passiven und rein konsumierenden Spezie schlüpfen, wo sie doch gerade beginnen, zu gestalten und Meinungen zu machen und Einfluss auf die Markenmacht großer Unternehmen zu gewinnen. Insofern sollte sich wohl jeder darum bemühen, auf den rollenden Zug Web 2.0 aufzuspringen.

Nina Bock

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Aktualisiert am 17. August 2007

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