Suchmaschinen am Schalthebel der Macht?
Der Kampf um die Spitzenposition im Internet geht in eine neue Runde. Neben neuen Playern verlassen jetzt auch die großen Unternehmen ihr angestammtes Terrain und plötzlich heißt es: Jeder gegen Jeden.
Google hat sich mit dem Kauf von YouTube nicht nur eine der größten Web-Communities gesichert, sondern bringt mit der Apps Premier Edition auch eine Bürosoftware auf den Markt und greift damit direkt Microsoft an. Microsoft entwickelt im Gegenzug eine eigene Suchmaschine und erobert mit der Spielekonsole Xbox und dem Media-Center die Wohnzimmer. Apple macht nun auch Telefone und die Telekomunternehmen steigen ins TV-Geschäft ein.
Die WirtschaftsWoche versucht den künftigen Herrscher im Internet zu ermitteln und beauftragte die Hamburger Unternehmensberatung Dr. Helbig & Partner, mit einer Studie. „Wer hier das Rennen macht, ist völlig offen”, erklärt Helbig. „Google, Microsoft und Apple kommen aber ins Endspiel.”
Machtkampf in Internet – regieren die Suchmaschinen?
Auch wenn Microsoft (laut der Studie) momentan noch die Nase vorn hat, sehen viel die größte Machtposition in Netz bei den Suchmaschinen. Wer die Suchergebnisse kontrolliert, die die Verbindung zu fast allen Inhalten herstellt, sitzt auch am Schalthebel der Macht. Die Ergebnisse sorgen für die höchsten Klickraten und Einschaltquoten.
Über die Suchmaschinen – vor allem Google mit seiner Quasi-Monopolstellung – nicht gefunden zu werden, kann bereits heute das aus für Unternehmen bedeuten.
Die Computerwoche berichtete kürzlich über mehrere Unternehmen, die nach einem Domainwechsel wochenlang nicht gefunden wurden – darunter die Firma Topix. “Nur weil die Algorithmen der Suchmaschinen, allen voran Google, nicht richtig arbeiten, brechen die Umsätze bei vielen Firmen rapide”, so Topix-Chef Rich Skrenta.
Nach einer aktuellen Studie von JupiterResearch klickt nur noch jeder zehnte Anwender Webseiten an, die nicht auf den vordersten drei Rängen stehen.
Wie objektiv sind die Suchergebnisse?
Suchmaschinen aber ignorieren of Quellcodes z.B. solche für Weiterleitungen von einer alten zu einer neuen Domain. Einige Domain-Neubesitzer leiten nämlich mittels dieser Technik populäre Adressen auf irrelevante Sites um, um vom vormals hohen Traffic zu profitieren. Dies ist nur eine Variante Trefferquoten zu manipulieren.
Die Suchmaschinen versuchen gegenzusteuern, beeinflussen dabei aber ihrerseits ebenfalls das Ergebnis. Ein Grund für die unvorhersehbaren Änderungen in den Ergebnislisten von Suchmaschinen ist z.B. die häufige Umprogrammierung ihrer Algorithmen. Google beispielsweise ändert seine Indexierungstechniken regelmäßig, um eine unrechtmäßige Höherstufung bestimmter Sites durch deren Betreiber zu verhindern.
Aber wie objektiv und glaubwürdig sind die Trefferlisten überhaupt noch wenn Suchmaschinen-Anbieter gleichzeitig selbst Konkurrenzprodukte zu anderen Unternehmen anbieten? Abgesehen von bewusster Manipulation – die Suchmaschinenbetreiber wissen zumindest immer, wie ihre Algorithmen geändert wurden.
Hängt der Erfolg von Unternehmen also in Zukunft vom Goodwill der Suchmaschinenbetreiber ab und davon wie erfolgreich Anbieter Suchmaschinenoptimierung betreiben statt vom Angebote selbst?
Wibke Sonderkamp
Tags: Google, Machtkampf Internet, Schuchmaschinenoptimierung, Scumaschinen Abhängigkeit, Suchergebnisse, SuchmaschinenAktualisiert am 17. August 2007
