Die Sammelwut der Suchmaschinen
Vermutlich gelte ich bei einigen meiner Arbeitskollegen schon als völlig paranoid und das nicht nur, weil ich mir Gedanken darüber mache, was Suchmaschinen denn so alles mit den Informationen machen, die sie sammeln.
Dass Suchmaschinen nicht nur Seiten zur Indexierung sammeln, dürfte den meisten schon lange klar sein, aber das Ausmaß der Sammelwut wird den einen oder anderen vermutlich doch überraschen.
Yahoo und Microsofts Suchmaschine live.com beispielsweise haben sich offensichtlich noch gar keine Gedanken um Privatsphäre und Grenzen bei der Speicherung von Suchanfragen gemacht, bzw. sie teilen diese Gedanken nicht mit ihren Benutzern. Jedenfalls haben sich die beiden noch nicht dazu geäußert, wann sie denn gedenken, die Daten ihrer Nutzer zu löschen. Sie sagen, diese Daten würden so lange gespeichert wie es kommerziell nützlich wäre – also für immer?
Diese ignorante und arrogante Haltung gegenüber der Persönlichkeitsrechte ihrer Nutzer dürfte sich aber bald ändern, denn auf Druck der Art.29 Datenschutzgruppe der Europäischen Kommission müssen sie jetzt handeln.
Google hat kürzlich seine Datenschutzrichtlinien angepasst. Die Logfiles werden nach 18 Monaten anonymisiert (warum nicht gleich gelöscht?) und die Lebenszeit der Google-Cookies wurde von 30!!!! Auf zwei Jahre verkürzt – Toll….
Ich jedenfalls lösche meine Cookies nach jeder Internetsitzung….
Anders sieht es bei Ask.com aus. Natürlich möchte man auch hier erst mal eine Datenschutzrichtlinie einführen. Diese sieht eine Datenspeicherung von 18 Monaten vor und scheint damit nichts besonderes.
Aber mit dem AskEraser ist hier ein Feature in Planung, welches meiner Meinung zumindest ein Schritt in die richtige Richtung ist. Der AskEraser soll es dem Benutzer ermöglichen, zu verhindern, dass ihre Suchanfragen mitgeloggt werden. Voraussichtlich soll das Feature in den USA und UK noch dieses Jahr online gehen, nächstes Jahr solle es den AskEraser dann weltweit geben. Allerdings ist man sich noch nicht ganz sicher, wie es umgesetzt werden soll.
Markus Tjoa
Aktualisiert am 17. August 2007
