Grün Suchen mit Ecosia & Co.
Das Thema Green Computing wird immer mehr zum Trend in der IT-Branche. Dementsprechend steigt auch die Nachfrage nach dem „Grünen Internet“. Diesen Trend erkannte der Wittenberger Christian Kroll und entwickelte die Suchmaschine Forestle, die im August 2008 online ging. Die Werbeeinnahmen, die Forstle durch den Klick auf gesponsorte Links erzielt, gehen zu fast 90% an das „Adopt an Acre“ Programm, das sich den Schutz des Regenwaldes zum Ziel gesetzt hat. Durchschnittlich werden mit jeder Suche über Forestle 0,1m2 Regenwald geschützt. Die Suche bei Forestle, die anfangs noch über Google lief, erfolgt nun über Yahoo.
Seit Dezember 2009 ist nun auch der Nachfolger von Forestle online: Ecosia heißt die neue grüne Suchmaschine, die in Zusammenarbeit mit Yahoo, Bing und dem WWF, bei jeder Suche den Regenwald schützen soll. Ecosia spendet circa 80 Prozent des Umsatzes an den WWF. Pro Suche werden damit bei Ecosia 2m2 Regenwald geschützt. Ziel von Ecosia ist es, Regenwald auf einer Fläche so groß wie die Schweiz zu erhalten. Mehr zu Ecosia gibt’s auch auf dem CleanEnergy Project.
Expertenmeinungen zufolge hat jede Suchmaschine pro Suchanfrage einen CO2-Ausstoß von bis zu 7g. Nicht so Ecosia. Die Server die Ecosia betreiben laufen ausschließlich mit Ökostrom. Forestle hingegen setzt auf ein anderes Prinzip: Mit Hilfe von co2stats berechnet Forestle den kompletten CO2-Ausstoß, den die Server und Netzwerkinfrastruktur von Forestle, sowie der Computer der User produzieren und gleichen diesen CO2-Ausstoß durch den Kauf von Zertifikaten für Erneuerbare Energien wieder aus.
Auf dem gleichen Prinzip beruht auch die dritte Krollsche Suchmaschine Znout. Die Werbeeinnahmen von Znout werden zwar nicht zum Schutz des Regenwaldes eingesetzt, dafür wird der CO2-Ausstoß durch den Kauf von Zertifikaten ausgeglichen.
Eine super Idee das Ganze. Leider ist fraglich, ob solch kleinere Angebote genügend Fans beziehungsweise Anwender finden. Platzhirsch beim Thema Web-Suche ist nach wie vor Google , die im letzten Jahr einen Umsatz von 24 Milliarden US-Dollar machten. Experten schätzen, dass 95% davon durch Werbeeinnahmen entstehen. Wäre es nicht toll wenn die grünen Such-Projekte Google anregen würden einen Teil dieser Einnahmen an Projekte zum Schutz des Regenwaldes zu spenden?
Stefanie Nunberger
No tag for this post.Aktualisiert am 22. April 2010

Ecosia – Ökosuchmaschine mit Ökostrom?…
Ecosia wirbt damit, eine Suchmaschine zu sein, die 80 Prozent der Werbeeinahmen in Zusammenarbeit mit dem WWF in den Regenwald zu investieren. Gute Idee, solange nicht zu viele Leute (wie ich) mit……
Solange hinter den vermeintlichen Ökosuchmaschinen die mit unökologischem Strom befeuerten Server der Großunternehmen Google, Micro$oft, Yahoo und so stehen, ist das ganze nur ein Feigenblatt für die Dreckschleudern. So tun als ob.
Einen Ausgleich anzubieten ist immerhin besser, als gar nichts zu tun. Ecosia und Co. sind zweifelslos nicht die Lösung für das Klimaproblem, aber ich finde es zumindest einen positiven Ansatz.