Der Journalismus kann sich nicht selbst retten
Heute ist es soweit: das iPad kommt in die Ladenregale. Heute morgen habe ich im Radio gehört, dass Apple mit einem so großen Ansturm auf den Apple Store in München rechnet, dass die Türen sogar eine Stunde früher als sonst geöffnet werden.
Passend dazu veröffentlichte kress online gestern einen Bericht über die Bedeutung des Gadgets für die Verlage. So glaubt beispielsweise Michael Ringier nicht, dass das iPad eine neue, zusätzliche Einnahmquelle für sein Verlagshaus sein könnte. Dem entgegen sieht der Springer-Oberste Matthias Döpfner das Apfel-Speizeug sogar als Retter der Verlage.
Wenn Herr Ringier da nicht die Bedeutung von mobilen Gadgets mit Internetzugang unterschätzt (man könnte ja munkeln, dass es an seinem Alter liegt). Denn letztendlich ist das iPad nur eine weitere mobile Plattform, bei der sich Online-Inhalte am bequemsten über ein spezielles App konsumieren lassen. Den Sinn des iPad für einen selbst mag man sehen, wie man will; ich denke, dass Apple hier einen weiteren lukrativen Markt besetzen wird – das iPad wird seine Klientel in Menschen finden, die sich nicht mit komplizierter, zu wartender und zu updatender Software auseinander setzen, sondern einfach loskonsumieren wollen – Schwerpunkt liegt auf “konsumieren”.
Aufgabe der Verlage sollte es hier sein, mobile Spielzeuge prinzipell als Einnahmequelle zu sehen und Wege der Vermarktung ihrer Medien zu suchen und zu finden. Denn die Rettung der Verlage besteht nicht im Journalismus selbst, wie Herr Ringier laut kress verlautbarte, sondern im Auftun neuer Vermarktungsstrategien. Dazu gehört aus meiner Sicht auch das Bereitstellen der Inhalte ohne Zugangsbegschränkung online. Zugangsbeschränkungen sind Bezahlformate oder das Ausschließen von Technologieplattformen.
Dass sich online Geld verdienen lässt, zeigen neue Ideen wie Location Based Services, nutzerspezifische Werbeeinblendungen in Apps oder die Nutzung von User-Verhalten, die langsam umgesetzt werden. Hier gilt es anzugreifen. Aber für mein Befinden lehnen sich viele Verleger noch viel zu locker zurück.
Jessica Schmidt
Tags: apps, Gadgets, iPad, JournalismusAktualisiert am 28. Mai 2010
