Politische Kommunikation per Mausklick: der Wahl-O-Mat

Über den müden Wahlkampf haben sich zahlreiche Journalisten schon die Finger wund geschrieben. Wahl-O-MatUnd Hand aufs Herz: Wer kennt schon die Wahlprogramme der Parteien bis auf letzte Komma? Viele Politiker tun sich nach wie vor schwer, den Bürgern ihre Anliegen und Positionen auf verständliche und übersichtliche Art und Weise nahezubringen – angesichts der Komplexität vieler Themen ist das allerdings auch nicht gerade ein leichtes Unterfangen.

Wer nun angesichts der vielen Polemik in der öffentlichen Debatte zunächst mal nur ein Gefühl dafür bekommen möchte, wofür die Parteien in konkreten Themenfeldern eigentlich stehen und was sie in der nächsten Legislaturperiode planen, der kann das inzwischen auf unterhaltsamere Weise tun als seitenweise Parteiprogramme durchzuackern – mit dem Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. Bei diesem interaktiven Frage- und-Antwort-Spiel zu verschiedenen politischen Themenfeldern lässt sich mit ein paar Klicks schnell feststellen, ob Bauchgefühl und Präferenzen mit den Aussagen der favorisierten Partei wenigstens annähernd übereinstimmen.

thumbs_up_copyright_shutterstockLängst präsentieren auch zahlreiche renommierte wie die ZEIT, die Süddeutsche Zeitung oder der Focus den Wahl-O-Mat oder ähnliche Tests auf ihrer Website. Nachdem natürlich auch das Interesse von Jugendlichen für politische Themen geweckt werden soll, gibt es inzwischen auch pädagogisch wertvolle Angebote zur Einführung in die Parteipolitik vor dem Hintergrund der Wahlen. So bietet die Bundeszentrale für politische Bildung den Wahl-O-Mat im Unterricht mit einer Fülle von Unterrichtsmaterialien zur Wahl und zur politischen Landschaft.

Insgesamt ist das offenbar ein gelungener Ansatz – nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene. Denn die neuen Medien – im Zusammenspiel mit etablierten Printmedien – bieten auf diese Weise die Möglichkeit, sich auch komplexen politischen Themen auf spielerische Weise zu nähern. Das macht die Nutzer zwar noch nicht zu vollausgebildeten Staatsbürgern – ist aber zumindest schon mal ein erster Schritt. Und senkt die Hemmschwelle bei denjenigen, die sich sonst eher weniger mit Politik beschäftigen. Zumindest alle vier Jahre.

Claudia Wittwer

Tags: , ,

Aktualisiert am 19. September 2013

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar · TrackBack · RSS Comments

Schreibe einen Kommentar