01.September 2007

Gemeinsame Stimme durch Web 2.0 Communities – Studenten zwingen Bank zur Rückzahlung

online-protest.jpgEin gutes Beispiel für den wachsenden Einfluss von Web 2.0 Communities ist ein aktueller Vorfall in Großbritannien. Die HSBC erhob dort zur großen Überraschung von ca. 250.000 betroffenen Studenten 9,9% Zinsen auf Studienschulden. Die meisten Bankunternehmen geben Studenten mindestens ein Jahr Zeit ihre Studienschulden zinsfrei zurückzuzahlen.

Die National Union of Students (NUS) startete daraufhin eine Protestkampagne via Facebook und zwang die Bank dazu, die Entscheidung zurückzunehmen. Die HSBC kehrt nicht nur zu dem Zinsfrei-Modell zurück sondern kündigte auch an, die bereits abgebuchten Zinsen zurückzuzahlen.

Die Times sprach mit HSBC, die zugaben, dass der Online-Protest über Facebook zu der Entscheidung beigetragen hat.

Wes Streeting, VP der NUS und Gründer der entsprechenden Facebook-Gruppe erklärte, dass die Web 2.0 Community der entscheidende Faktor dabei war, trotz der Semesterferien so schnell so viele Studenten für eine gemeinsame Aktion zu mobilisieren.

Wibke Sonderkamp

31.August 2007

HDTV – was is’n das?

Zwar ist HDTV auf der diesjährigen IFA eines der ganz großen Themen, doch wie bei Stern online zu lesen ist, wissen viele Fernsehzuschauer nicht, was sich hinter dem Begriff HDTV verbirgt. Dies zumindest behauptet eine Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), die dazu 501 repräsentativ ausgewählte Haushalte in Deutschland befragt hat. Demnach könnten 53 Prozent der Befragten nicht so wirklich etwas mit dem Begriff HDTV anfangen und 42 Prozent wollen sich auch in der nahen Zukunft keinen HDTV-fähigen Fernseher zulegen. Nur in etwa jedem fünften Haushalt seien bisher entsprechende Geräte zu finden (17 Prozent). Eine Erklärung dafür gibt Werner Ballhaus, Medienexperte bei Pwc und meint, dass es „den Konsumenten zunehmend schwer fällt, die technologische Entwicklung zu überblicken und eine Kaufentscheidung zu treffen.“ Hinzu kommt das mangelnde Angebot vieler TV-Sender von Filmen in HD-Qualität.

Die größte Hürde dürften jedoch die konkurrierenden Techniken und Standards sein, das sehen wohl auch die Berater von Pwc so. Neben den Labels HD-ready und Full HD müsse sich der Käufer auch noch zwischen Fernsehkabel, terrestrischem Empfang oder Fernsehen über Satellit oder das Internet entscheiden. Hinzu kommt noch die Konkurrenz von Blue-Ray und HD-DVD, bei der sich noch nicht so richtig absehen lässt, welcher Standard sich am Ende durchsetzen wird.

Fazit: Technik hin, Standard her, solange kein einheitlicher Standard etc. zu erkennen ist und sich Geräte zum Teil untereinander nicht leiden können, ist der Kunde der Gelackmeierte. Da mit dieser Unsicherheit aber das meiste Geld zu verdienen ist, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis sich einheitliche Technologien und Standards durchsetzen.

Nicole Gryzewski

30.August 2007

Banner-Blindness oder die Kunst, Werbung auszublenden

Nielsen Eyetracking StudieWer kennt sie nicht, die zappelnden und nervenden bunten Werbebanner die einem überall im Netz auflauern? Dumm nur, dass sie kaum mehr jemand sieht.
Wie eine Eyetracking-Studie des Usability-Gurus Jakob Nielsen nun zeigte, beachteten die Probanten die Stellen, an denen sich die Banner befinden überhaupt nicht mehr. Allerdings gilt das offensichtlich nicht nur für Werbebanner, sondern für jeglichen Content, der sich an einer der typischen Werbestellen befindet (im bild mit einem grünen Rahmen gekennzeichnet). Allerdings wird auch Werbung, die im Contentbereich platziert ist gekonnt überlesen, die großen aufdringlichen Google-Adsense-Blöcke dort werden bereits beim Überfliegen erkannt und ausgeblendet.
Markus Tjoa

29.August 2007

Ein Reim auf Palma: Wer nix hat, der wärmt neu auf

Matthias ReimEin Reim auf Matthias Reim. Der involvente Schlagersänger wurde von der Hamburger Agentur Jung von Matt verpflichtet. Für den Autovermieter Sixt hat der ehemalige Schlagerstar seinen größten Hit “Verdammt, ich lieb dich” neu aufgenommen und den Titel abgeändert in “Verdammt, ich hab nix…”. Wie man es trotz Insolvenz schaffen kann, Caprio zu fahren, kokketiert Matthias Reim: Dank dem Autovermieter Sixt.

Gedreht wurde das Video auf Mallorca, dort, wo Matthias Reim zur Zeit auch wohnt. Und neben vier Schönheiten sieht man auch noch wen in dem Video? Richtig, Johanna, die Frau, die letztes Jahr beim Casting für DSDS (Deutschland sucht den Superstar) schon fast Kultstatus erreichte mit Ihrem “Ich hab die Haare schön…”. Was nur alles sehr “inszeniert” an dieser ganzen Werbeaktion ist:

Große Werbekampagne in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Bild am Sonntag (BamS), Welt am Sonntag (WamS), Süddeutsche Zeitung (SZ) und Financial Times Deutschland (FTD) waren im Gespräch. Und auch das Video ist unter der zur Werbeaktion gehörenden Internetseite verdammt-ich-hab-nix.de zu sehen. Ein Beispiel, wie man durch Schlagzeilen wieder in das Blickfeld der Öffentlichkeit rückt – zumindest kurzzeitig!

André Puchta

28.August 2007

Größer, schärfer, klagvoller – IFA-Trends 2007

ifa.JPG

In zwei Tagen ist es soweit, die IFA 2007 öffnet ihre Türen ins Wunderland der Multimedia-Zukunft.

DIE Messe für Consumer Electronics lockt mit neuen Dimensionen an Bild- und Klangqualität. Bereits im Vorfeld der Messe stimmten 300 Vertreter der wichtigsten Fach-, Wirtschafts- und Publikumsmedien auf der Presseveranstaltung IFA-PreView über die wichtigsten Messetrends und -themen 2007 ab:sound1.JPG

Auf Platz eins liegt mit 23,7 Prozent aller Stimmen die Technologie Full-HD, mit der hochauflösende Datenträger wie Blu-ray oder HD-DVD eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln wiedergeben können. Auf Platz zwei landete mit der Trend zu immer größeren Flachbildschirmen (11,5 %).  Fast gleichauf folgen Internet-basiertes Fernsehen IPTV (11,3%) sowie die 100 Hertz-Technik, die bald auch auf HD-Bildschirmen für ein flimmerfreies Bild sorgen soll (11,2). Der Kampf zwischen Blu-ray und HD-DVD, bei dem es um die Nachfolge des DVD-Mediums geht, steht ebenfalls hoch im Interesse der Medienexperten (7,5%). 

Aber auch der Bereich Audio hat einige Neuheiten zu bieten. Unter dem Motto „Hören Sie mit dts das Gras wachsen“ lädt das Unternehmen dts dazu ein eine neue Klangdimension mit seiner Version von HD-Audio kennen zu lernen.

Für alle die nicht vor Ort sind, bietet IFA-TV die Möglichkeit wichtige Neuigkeiten live zu verfolgen. Weitere Berichte von der Messe und den neuesten Trends und Eindrücken gibt es in Kürze hier.

Franziska Schmid und Wibke Sonderkamp

28.August 2007

Google Local Business Referral Representatives

Das sind nicht etwa offizielle Google-Mitarbeiter sondern vielmehr Google-User die von Google für Daten von Geschäften und Unternehmen in ihrer Nachbarschaft bezahlt werden. Mit diesem neuen Programm möchte Google seinen Landkartendienst Google Maps in den USA aufwerten und stellt sich die Vorgehensweise folgendermaßen vor:
Google-Nutzer melden sich zum Google Local Business Referral Representatives-Programm an und ziehen los, um Daten wie Telefonnummer, Öffnungszeiten, Inhaber, Angebot, Bezahlmöglichkeiten und Fotos von Geschäften in ihrer Umgebung zu sammeln. Sie bewerben dort das kostenlose Google-Maps-Angebot und wenn die Inhaber damit einverstanden sind, übermitteln sie die Daten an Google. Google wiederum schickt den Ladeninhabern eine Postkarte mit einem Link, den diese bestätigen müssen.
Für den Geschäftsinhaber, ist das Ganze völlig kostenlos, es ist kein Adwords-Konto erforderlich.
Damit auch genug Local Business Referral Representatives für die Suchmaschine tätig werden, gibt es Geld:
2 Dollar für jeden Datensatz, den Google akzeptiert
8 Dollar für jeden Datensatz, der vom Inhaber bestätigt wurde.
Ausgezahlt wird ab einem Guthaben von 25 Dollar.
Wenn dabei genügend Daten gesammelt werden, wird sich für die Suchmaschine ein riesiges neues Geschäftsfeld eröffnen.
Google Maps ist mittlerweile mit fast jedem Handy nutzbar und da Handys leicht zu orten sind, wird es ein leichtes sein, dem Benutzer Werbung von Unternehmen in der Nähe seines Standortes zu präsentieren. Es geht also nicht nur um ein schickes Zusatzfeature sondern vielmehr um ein weiteres großes Stück vom Werbekuchen, das man sich hier sichern möchte.
Markus Tjoa

27.August 2007

Es grünt so grün in der IT

greenenergy.jpgFraunhofer träumt von Körperwärme statt Batterie für Laptop oder Handy und IT-Initiativen wollen CO2-Emissionen durch Computer bis 2010 um 54 Millionen Tonnen pro Jahr verringern

„Grüne“ IT-Initiativen sprießen wie die Pilze aus dem Boden. Nur ein Marketing-Gag oder eine reelle Chance zum Umweltschutz beizutragen?

Beispiele sind das Energy Star-Programm oder die Climate Savers Computing-Initiative, an der von Intel über Google bis zum WWF zahlreiche Unternehmen beteiligt sind, will die globalen CO2-Emissionen durch Computer bis 2010 um 54 Millionen Tonnen pro Jahr verringern. Das entspricht dem Jahresausstoß von 11 Millionen Autos oder 10 bis 20 Kohlekraftwerken. Die Initiative strebt eine Halbierung des Stromverbrauchs von PCs und Servern bis zum Jahr 2010 an. Auf diese Weise ließen sich Stromkosten in Höhe von 5,5 Milliarden US-Dollar einsparen. IT-Unternehmen wie ONStor springen mit extrem energiesparenden Lösungen, Virtualisierung und Consolidierung von Servern auf den Zug auf.

Die Lösung für den individuellen Technik-Alltag könnte sogar aus Deutschland kommen:

Forscher vom Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen in Erlangen haben eine Möglichkeit entwickelt, Energie aus Körperwärme zu gewinnen.

Dazu nutzt man das Prinzip von thermoelektrischen Generatoren. Diese gewinnen elektrische Energie aus der Temperaturdifferenz zwischen heißen und kalten Umgebungen. Bisher waren Unterschiede von mindestens zehn Grad notwendig, um ausreichend Strom zu erzeugen. Die Unterschiede zwischen der Außentemperatur des Körpers und seiner Umgebung betragen aber nur wenige Grad, so dass bisher nur etwa 200 Millivolt erzeugt werden konnten. Für die Versorgung von elektronischen Geräten sind jedoch mindestens ein bis zwei Volt erforderlich.

„Wir haben Schaltungen entwickelt, die mit 200 Millivolt auskommen, indem wir verschiedene Bauteile ganz neu kombiniert haben. So konnten wir ganze elektronische Systeme bauen, die keine interne Batterie benötigen, sondern allein durch Körperwärme ihre Energie gewinnen“, erklärt Peter Spies, Teilprojektleiter am IIS.

Die Vision der Forscher ist es, dass Handies und Laptops zukünftig allein mit der Körperwärme einer Hand betrieben werden können – nie mehr leere Akkus !!!

Während die deutsche Presse gewohnt skeptisch und zurückhaltend reagiert verkündet die UK Times: „Germans aim to build laptop powered by body heat“

Wibke Sonderkamp

20.August 2007

Die Deutschen arbeiten wieder länger

Die Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten nach einer Studie wieder länger. Um knapp eine Stunde sei die wöchentliche Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten zwischen 2003 und 2006 auf durchschnittlich 41,8 Stunden gestiegen, teilte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf unter Berufung auf eine Eurostat-Statistik mit.

Da loben wir uns die arbeitswütigen Briten, die oftmals noch einen drauf setzen. Der Schotte Seamus McSporran (62), der bisher gleichzeitig 14 Jobs auf der kleinen Insel Gigha (100 Einwohner) ausübte, setzt sich zur Ruhe. Er kündigte als Polizist, Feuerwehrmann, Postamtsvorsteher, Hafenmeister, Ladeninhaber, Krankenwagen-, Schulbus- und Taxifahrer, Tankwart, Standesbeamter, Versicherungsagent, Mieteintreiber, Totengräber und Pensionswirt.

Der Mann hat Talent. Er ist fast so aktiv wie viele Nörgler. Teilzeitverbrecher, Faulenzer, Berufsnörgler, Meisterschimpfer, Reinschmeißer, Fahrradfahrer-Vertreiber, Schreibkramer, Wortbrutzler, Satzbrückenbauer oder Grammtikschurken.

André Puchta

10.August 2007

Elchtest bestanden! Wenn das Image so gut ist, dass Web 2.0-Marketing nur als netter Nebeneffekt daherkommt

elk_touristscrossing.jpgMillionen von Firmen versuchen heute mit viralem Marketing und Web 2.0-Kampagnen neue Kunden zu werben, ihr Image zu verbessern oder Marken aufzubauen.

Dabei kam es auch schon zu etlichen Skandalen bei denen gekaufte Blogs – fake blogs oder flogs – oder bezahlte Scheinkunden aufflogen – über Beispiele wie die Wal-Mart-Edelmann-Kampagne sind sogar ganze Abhandlungen wie “Anatomy of a Public Relations Disaster” veröffentlicht worden…

Ganz anders sieht das beim allseits bekannten schwedischen Möbelhaus aus. Neben überwiegend positiven Kommentaren in Blogs und Foren tauchen auch immer wieder Ideen in Netz auf, in denen IKEA-Möbel umgestaltet oder zweckentfremdet wurden – und das so kreativ, wie es ein bezahlter Wettbewerb wahrscheinlich nie erreicht hätte.

Konrad Lischka hat auf Spiegel-Online Blogs wie IKEA-Hacker und einzelne Bastel-Beispiele zusammengetragen: von einem mit Post-its zum Designerstück gemachten Deckenfluter, über Ingenieure und Hobby-Tüftler, die schlichte IKEA-Lampen und Couchtische zu High-Tech-Wunderwerken umbauen, dem Beweis, dass sich IKEA-Regalböden als preiswerter Balkonbelag oder Katzenbaum eignen, bis zu einer Engländerin, die sich aus einem IKEA-Duschvorhang ein wasserdichtes Kleid für das bekannt verregnete Glastonbury-Festival näht …

Auch wenn sich manch einer denken mag „Herr, lass diesen Elch an mir vorüber gehen!“, solchen Gratis-Kampagnen durch Kunden können die meisten Konzerne nur träumen.

Und was sagen die Schweden dazu? Eigentlich nix – es gibt hier und da mal Bedenken des Möbelhauses, dass hoffentlich die Sicherheit der Produkte durch die Umbauten nicht gefährdet wird. In Deutschland wendet man sich aus diesem Grund auch an Thomas Meyer, der eine deutsche Variante von IKEAhacker ins Leben gerufen hatte – allerdings immerhin ohne Abmahnung oder Anwaltsschreiben wie der Blogger berichtet. Eine Welle der Empörung zieht durch die Blogosphäre. “Wie vernagelt (oder in diesem Fall verschraubt) muss man im Hirn sein, um seinen Fans und Kunden den Austausch über die eigenen Produkte zu verbieten?”, kommentiert ConnectedMarketing. Mai-Mai Yap, die Betreiberin des original IKEA-Hacker hatte solche Probleme noch nie – ab und an schicke IKEA ihr eine Pressemitteilung.

International sieht man das Ganze offensichtlich mit schwedischer Gelassenheit und lässt die Fans mal machen.

Wibke Sonderkamp

02.August 2007

Chemnitz sucht den Fortschritt, Heidelberg den Stress und Berlin den Frieden

Die BILD-Zeitung berichtet am 02.08.2007 online über die geheimen Sehnsüchte der Deutschen und veröffentlicht eine eigens kreierte Google-Deutschlandkarte.

DeutschlandkarteWas suchen die Menschen im Norden Deutschlands; welche Begriffe werden im Süden der Republik angeklickt. Mithilfe der Suchmaschine Google ging das “ZEITmagazin Leben” dieser Frage für 36 Städte nach. Insgesamt 64 Begriffe wurden von der Redaktion vorgegeben, darunter Sex, Spaß und Freiheit. Bald war klar, nach welchen Begriffen in welchen Städten am häufigsten im Internet gesucht wird.

Regional unterscheiden sich die Ergebnisse stark und lassen laut BILD – mit etwas Fantasie – Rückschlüsse auf die Bewohner zu. Während die Einwohner Osnabrücks zum Beispiel (zumindest im Internet) nach Liebe, Freiheit und Sex suchen, interessieren sich die Hamburger vor allem für die Begriffe Lust, Spaß, Arroganz und Hass!

Nach Humor beispielsweise suchen die Einwohner von Kaiserslautern ganz gerne. Ob sie ihn gefunden haben? Leid und Stress sind in Heidelberg gefragt, Sie wissen schon, “ich hab mein Herz in Heidelberg verloren”. Freiburg hingegen sucht nach Abenteuern, Weisheiten und der Stille. In München gar spielen die Karriere, der Profit, Sport und Freunde eine große Google-Rolle.

André Puchta

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