27.August 2007

Es grünt so grün in der IT

greenenergy.jpgFraunhofer träumt von Körperwärme statt Batterie für Laptop oder Handy und -Initiativen wollen CO2-Emissionen durch Computer bis 2010 um 54 Millionen Tonnen pro Jahr verringern

„Grüne“ IT-Initiativen sprießen wie die Pilze aus dem Boden. Nur ein Marketing-Gag oder eine reelle Chance zum Umweltschutz beizutragen?

Beispiele sind das Energy Star-Programm oder die Climate Savers Computing-Initiative, an der von Intel über bis zum WWF zahlreiche Unternehmen beteiligt sind, will die globalen CO2-Emissionen durch Computer bis 2010 um 54 Millionen Tonnen pro Jahr verringern. Das entspricht dem Jahresausstoß von 11 Millionen Autos oder 10 bis 20 Kohlekraftwerken. Die Initiative strebt eine Halbierung des Stromverbrauchs von PCs und Servern bis zum Jahr 2010 an. Auf diese Weise ließen sich Stromkosten in Höhe von 5,5 Milliarden US-Dollar einsparen. IT-Unternehmen wie ONStor springen mit extrem energiesparenden Lösungen, Virtualisierung und Consolidierung von Servern auf den Zug auf.

Die Lösung für den individuellen Technik-Alltag könnte sogar aus Deutschland kommen:

Forscher vom Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen in Erlangen haben eine Möglichkeit entwickelt, Energie aus Körperwärme zu gewinnen.

Dazu nutzt man das Prinzip von thermoelektrischen Generatoren. Diese gewinnen elektrische Energie aus der Temperaturdifferenz zwischen heißen und kalten Umgebungen. Bisher waren Unterschiede von mindestens zehn Grad notwendig, um ausreichend Strom zu erzeugen. Die Unterschiede zwischen der Außentemperatur des Körpers und seiner Umgebung betragen aber nur wenige Grad, so dass bisher nur etwa 200 Millivolt erzeugt werden konnten. Für die Versorgung von elektronischen Geräten sind jedoch mindestens ein bis zwei Volt erforderlich.

„Wir haben Schaltungen entwickelt, die mit 200 Millivolt auskommen, indem wir verschiedene Bauteile ganz neu kombiniert haben. So konnten wir ganze elektronische Systeme bauen, die keine interne Batterie benötigen, sondern allein durch Körperwärme ihre Energie gewinnen“, erklärt Peter Spies, Teilprojektleiter am IIS.

Die Vision der Forscher ist es, dass Handies und Laptops zukünftig allein mit der Körperwärme einer Hand betrieben werden können – nie mehr leere Akkus !!!

Während die deutsche Presse gewohnt skeptisch und zurückhaltend reagiert verkündet die UK Times: „Germans aim to build laptop powered by body heat“

Wibke Sonderkamp

20.August 2007

Die Deutschen arbeiten wieder länger

Die Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten nach einer wieder länger. Um knapp eine Stunde sei die wöchentliche Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten zwischen 2003 und 2006 auf durchschnittlich 41,8 Stunden gestiegen, teilte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf unter Berufung auf eine Eurostat-Statistik mit.

Da loben wir uns die arbeitswütigen Briten, die oftmals noch einen drauf setzen. Der Schotte Seamus McSporran (62), der bisher gleichzeitig 14 Jobs auf der kleinen Insel Gigha (100 Einwohner) ausübte, setzt sich zur Ruhe. Er kündigte als Polizist, Feuerwehrmann, Postamtsvorsteher, Hafenmeister, Ladeninhaber, Krankenwagen-, Schulbus- und Taxifahrer, Tankwart, Standesbeamter, Versicherungsagent, Mieteintreiber, Totengräber und Pensionswirt.

Der Mann hat Talent. Er ist fast so aktiv wie viele Nörgler. Teilzeitverbrecher, Faulenzer, Berufsnörgler, Meisterschimpfer, Reinschmeißer, Fahrradfahrer-Vertreiber, Schreibkramer, Wortbrutzler, Satzbrückenbauer oder Grammtikschurken.

André Puchta

10.August 2007

Elchtest bestanden! Wenn das Image so gut ist, dass Web 2.0-Marketing nur als netter Nebeneffekt daherkommt

elk_touristscrossing.jpgMillionen von Firmen versuchen heute mit viralem Marketing und Web 2.0-Kampagnen neue Kunden zu werben, ihr Image zu verbessern oder Marken aufzubauen.

Dabei kam es auch schon zu etlichen Skandalen bei denen gekaufte Blogs – fake blogs oder flogs – oder bezahlte Scheinkunden aufflogen – über Beispiele wie die Wal-Mart-Edelmann-Kampagne sind sogar ganze Abhandlungen wie “Anatomy of a Public Relations Disaster” veröffentlicht worden…

Ganz anders sieht das beim allseits bekannten schwedischen Möbelhaus aus. Neben überwiegend positiven Kommentaren in Blogs und Foren tauchen auch immer wieder Ideen in Netz auf, in denen IKEA-Möbel umgestaltet oder zweckentfremdet wurden – und das so kreativ, wie es ein bezahlter Wettbewerb wahrscheinlich nie erreicht hätte.

Konrad Lischka hat auf Spiegel-Online Blogs wie IKEA-Hacker und einzelne Bastel-Beispiele zusammengetragen: von einem mit Post-its zum Designerstück gemachten Deckenfluter, über Ingenieure und Hobby-Tüftler, die schlichte IKEA-Lampen und Couchtische zu High-Tech-Wunderwerken umbauen, dem Beweis, dass sich IKEA-Regalböden als preiswerter Balkonbelag oder Katzenbaum eignen, bis zu einer Engländerin, die sich aus einem IKEA-Duschvorhang ein wasserdichtes Kleid für das bekannt verregnete Glastonbury-Festival näht …

Auch wenn sich manch einer denken mag „Herr, lass diesen Elch an mir vorüber gehen!“, solchen Gratis-Kampagnen durch Kunden können die meisten Konzerne nur träumen.

Und was sagen die Schweden dazu? Eigentlich nix – es gibt hier und da mal Bedenken des Möbelhauses, dass hoffentlich die Sicherheit der Produkte durch die Umbauten nicht gefährdet wird. In Deutschland wendet man sich aus diesem Grund auch an Thomas Meyer, der eine deutsche Variante von IKEAhacker ins Leben gerufen hatte – allerdings immerhin ohne Abmahnung oder Anwaltsschreiben wie der Blogger berichtet. Eine Welle der Empörung zieht durch die Blogosphäre. “Wie vernagelt (oder in diesem Fall verschraubt) muss man im Hirn sein, um seinen Fans und Kunden den Austausch über die eigenen Produkte zu verbieten?”, kommentiert ConnectedMarketing. Mai-Mai Yap, die Betreiberin des original IKEA-Hacker hatte solche Probleme noch nie – ab und an schicke IKEA ihr eine Pressemitteilung.

International sieht man das Ganze offensichtlich mit schwedischer Gelassenheit und lässt die Fans mal machen.

Wibke Sonderkamp

02.August 2007

Chemnitz sucht den Fortschritt, Heidelberg den Stress und Berlin den Frieden

Die BILD-Zeitung berichtet am 02.08.2007 online über die geheimen Sehnsüchte der Deutschen und veröffentlicht eine eigens kreierte -Deutschlandkarte.

DeutschlandkarteWas suchen die Menschen im Norden Deutschlands; welche Begriffe werden im Süden der Republik angeklickt. Mithilfe der Suchmaschine Google ging das “ZEITmagazin Leben” dieser Frage für 36 Städte nach. Insgesamt 64 Begriffe wurden von der Redaktion vorgegeben, darunter Sex, Spaß und Freiheit. Bald war klar, nach welchen Begriffen in welchen Städten am häufigsten im gesucht wird.

Regional unterscheiden sich die Ergebnisse stark und lassen laut BILD – mit etwas Fantasie – Rückschlüsse auf die Bewohner zu. Während die Einwohner Osnabrücks zum Beispiel (zumindest im Internet) nach Liebe, Freiheit und Sex suchen, interessieren sich die Hamburger vor allem für die Begriffe Lust, Spaß, Arroganz und Hass!

Nach Humor beispielsweise suchen die Einwohner von Kaiserslautern ganz gerne. Ob sie ihn gefunden haben? Leid und Stress sind in Heidelberg gefragt, Sie wissen schon, “ich hab mein Herz in Heidelberg verloren”. Freiburg hingegen sucht nach Abenteuern, Weisheiten und der Stille. In München gar spielen die Karriere, der Profit, Sport und Freunde eine große Google-Rolle.

André Puchta

02.August 2007

Eiszeit im Blätterwald

Eigentlich nichts neues, aber wieder bestätigt: Gedruckte Zeitungen erfahren zunehmend Konkurrenz. Das hat der Branchenverband Bitkom gerade in einer neuen untersucht. Danach setzt sich der Trend auch weiter fort, dass sich das neben Zeitungen, Fernsehen und Radio zu einer wichtigen Nachrichtenquelle mausert. So liest bereits jeder fünfte Deutsche seine Nachrichten im Web. Seit dem vergangenen Jahr bedeutet dies ein Anstieg um 15 Prozent. Insgesamt wurden die 20 meistgenutzten News-Portale in Deutschland rund 1,8 Milliarden Mal besucht.

Dass die Grenzen zwischen gedruckter Zeitung und dem Internet stetig schwinden, zeigt auch der neue Programm von Google “Print Ads”, womit Zeitungen Internetusern die Möglichkeit geben, über das Web Annoncen in Zeitungen aufzugeben. Damit wollen sie eine Zielgruppe ansprechen, die normalerweise nicht in traditionellen annoncieren.

Nina Bock

25.Juli 2007

Auf Einladung von GCPR: Schwitzen mit dem Coach der Stars und Sternchen

Jugendliche aus Pfaffenhofen trainieren mit POPSTARS-Trainer Arno Schmitt

Jeder zweite Jugendliche im Alter zwischen 16 und 17 Jahren hat nach einer aktuellen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im letzten Monat an mindestens einem Tag mehr als fünf Gläser Alkohol getrunken. Doch es gibt ein Leben ohne Flatrate-Partys.

Arno_schmitt_037In Pfaffenhofen engagieren sich Schüler im Jugendparlament und sporteln in der Freizeit gemeinsam. Dass Ehrenamt und Sport im Einklang stehen und keinesfalls langweilig sein müssen, darüber sprachen sie auf Einladung der GlobalCom PR-Network GmbH unter Ralf Hartmann mit ProSieben Personal-Coach Arno Schmitt.

MÜNCHEN / PFAFFENHOFEN. – Heiß her ging es für die Mädels und Jungs im Englischen Garten, wo sie der persönlichen Anleitung des diplomierten Sportwissenschaftlers vertrauten und das richtige Maß von Bewegung und Entspannung erlebten. Balance für Körper und Seele im oftmals mit Klassenarbeiten gefüllten Stundenplan.

Für die 16-Jährige Johanna Blum und ihre Freunde der Klasse 9d der Georg-Hipp-Realschule Pfaffenhofen ging damit auf Initiative von GCPR ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Einmal mit dem Coach der Stars und Sternchen trainieren.

Arno_schmitt_016Arno Schmitt verhilft Promis zu neuer Energie; verlangte mit MONROSE auch den ProSieben POPSTARS-Kandidatinnen der fünften Staffel beim Workshop im österreichischen Ischgl so Einiges ab. Auf ihn vertrauen unter anderem die Deutsche Nationalmannschaft im Fallschirmspringen, der Fußballer Ingo Hertzsch, der Triathlet Marcus Ruttkamp, das BMW Formel1-Team, der Hawaii-Ironmen, Sportlerin Chrissy Seipolt (Deutsche Meisterin im Island-Pferdereiten) und namhafte Kunden aus der Wirtschaft.

Sport so wichtig wie Zähneputzen und Frühstücken

Von allen Fitness-Begeisterten, die in einem Studio einen Vertrag abschließen, steigen 30 bis 80 Prozent wieder aus. Im Gesundheitssport der Vereine liegt die Abbrecher-Quote ähnlich hoch. Die Pfaffenhofener Schüler fragten dann auch, wie man es schafft, seine guten Vorsätze dauerhaft umzusetzen. “Sport muss so selbstverständlich werden wie Zähneputzen oder Frühstücken“, fordert Arno Schmitt. Wer automatisch morgens, noch vor der Schule, seine Laufschuhe schnürt, denkt gar nicht erst darüber nach, ob Regen ein Grund sein könnte, auf das lieb gewordene Ritual zu verzichten.

Arno_schmitt_034_2Alkohol bei Jugendlichen führt hingegen dazu, dass sie sich unter Alkoholeinfluss zunächst enthemmt und mutiger als sonst fühlen, dann aber müde und schlapp sind. Gleichzeitig werden viele wichtige Sinneswahrnehmungen getrübt. Die Augenmuskulatur erschlafft, der so genannte Tunnelblick entsteht.

Neben klaren Regeln und Grenzen brauche es auch gute Vorbilder. Interessiert lauschte Arno Schmitt den jungen Pfaffenhofenern, als sie von ihren Leitgedanken erzählten, politisches Interesse und Engagement bei Jugendlichen zu wecken und zu fördern.

André Puchta

20.Juli 2007

Die Sammelwut der Suchmaschinen

Vermutlich gelte ich bei einigen meiner Arbeitskollegen schon als völlig paranoid und das nicht nur, weil ich mir Gedanken darüber mache, was denn so alles mit den Informationen machen, die sie sammeln.
Dass Suchmaschinen nicht nur Seiten zur Indexierung sammeln, dürfte den meisten schon lange klar sein, aber das Ausmaß der Sammelwut wird den einen oder anderen vermutlich doch überraschen.
Yahoo und Microsofts Suchmaschine live.com beispielsweise haben sich offensichtlich noch gar keine Gedanken um Privatsphäre und Grenzen bei der Speicherung von Suchanfragen gemacht, bzw. sie teilen diese Gedanken nicht mit ihren Benutzern. Jedenfalls haben sich die beiden noch nicht dazu geäußert, wann sie denn gedenken, die Daten ihrer Nutzer zu löschen. Sie sagen, diese Daten würden so lange gespeichert wie es kommerziell nützlich wäre – also für immer?
Diese ignorante und arrogante Haltung gegenüber der Persönlichkeitsrechte ihrer Nutzer dürfte sich aber bald ändern, denn auf Druck der Art.29 Datenschutzgruppe der Europäischen Kommission müssen sie jetzt handeln.
hat kürzlich seine Datenschutzrichtlinien angepasst. Die Logfiles werden nach 18 Monaten anonymisiert (warum nicht gleich gelöscht?) und die Lebenszeit der Google-Cookies wurde von 30!!!! Auf zwei Jahre verkürzt – Toll….
Ich jedenfalls lösche meine Cookies nach jeder Internetsitzung….
Anders sieht es bei Ask.com aus. Natürlich möchte man auch hier erst mal eine Datenschutzrichtlinie einführen. Diese sieht eine Datenspeicherung von 18 Monaten vor und scheint damit nichts besonderes.
Aber mit dem AskEraser ist hier ein Feature in Planung, welches meiner Meinung zumindest ein Schritt in die richtige Richtung ist. Der AskEraser soll es dem Benutzer ermöglichen, zu verhindern, dass ihre Suchanfragen mitgeloggt werden. Voraussichtlich soll das Feature in den USA und UK noch dieses Jahr online gehen, nächstes Jahr solle es den AskEraser dann weltweit geben. Allerdings ist man sich noch nicht ganz sicher, wie es umgesetzt werden soll.
Markus Tjoa

20.Juli 2007

Die Dame ist unschlagbar

Wie bei Spiegel online und der Financial Times Deutschland online zu lesen war, haben kanadische Wissenschaftler einen unbesiegbaren Dame-Computer entwickelt.
Über 18 Jahre rechneten Jonathan Schaeffer und seine Kollegen von der Universität von Alberta mehr als 39.000 Milliarden verschiedene Spielstellungen durch. Nun konnten sie beweisen, dass das Brettspiel Dame immer auf ein Remis hinausläuft, wenn beide Seiten fehlerfrei spielen.

Insgesamt sind auf einem Dame-Spielbrett rund 500 Millionen Billionen (exakt: 500.995.484.682 338.672.639) Stellungen möglich. Diese Menge konnten Schaeffers Computer nicht komplett durchspielen. “Das würde zu meinen Lebzeiten nicht fertig”, sagt der Forscher. “Zudem würde allein der Festplattenplatz, um alle diese Resultate zu speichern, zig Millionen Dollar kosten.”

Stattdessen ließen die Informatiker von rund 50 Computern alle möglichen Spielstellungen mit zehn oder weniger Steinen auf dem Brett analysieren – immerhin mehr als 39 Billionen (exakt: 39.271.258.813.439). Dann identifizierten sie 19 relevante Spieleröffnungen, die sie so weit durchspielen ließen, bis nur noch zehn oder weniger Steine auf dem Spielbrett waren.

Daraus entwickelten sie eine allgemeine Dame-Strategie, mit der sich immer eine Konstellation erreichen lässt, die zu einem Patt führt. Für mich hört sich diese Rechnerei eher nach wilder Mathematik an. Die Forscher jedoch sehen darin einen Meilenstein für den Forschungszweig der Künstlichen Intelligenz.
Der Erfolg werfe zudem die Frage auf, ob auch Schach lösbar sei. Angesichts der vermutlich Billiarden verschiedenen Spielstellungen beim Schach brauche man nach Aussage der Forscher für eine solche Lösung vor allem viel Zeit.

Nicole Gryzewski

19.Juli 2007

Der Markt siegt!

Nach Musiker entdecken jetzt auch andere Berufsgruppen Videoportale für sich, um Geld zu verdienen. So gibt es in den USA bereits erste Firmen, die eigens Content für Videoportale liefern. So bringt 60Frames zum Beispiel Schauspieler, Regisseure und Kameramänner dazu, extra fürs zu produzieren.
Sparschwein1_2Zurückzuführen ist dies auf die Marktsteigerungen im Internet sowie auf die Tatsache, dass seit kurzem immer mehr Videoportale ihre User am Umsatz beteiligen.

Spymac.com
zahlt seit Januar schon ordentlich aus, genauso wie Revver oder MetaCafe. Riesen wie haben eine Umsatzbeteiligung ihrer User angekündigt.

Während vor kurzem noch Piraterie und Copyright im Vordergrund standen, sind Videoplattformen heute auf dem besten Weg, sich als ernstzunehmende Einnahmequelle zu etablieren.

Nina Bock

18.Juli 2007

media coffee – Von der Edelfeder zum Contentlieferanten?

Volles Haus beim gestrigen media coffee. Das Diskussionsthema “Von der Edelfeder zum Contentlieferanten? – Printmedien im Wandel” lockte trotz Hitze rund 300 Journalisten, Pressesprecher und PR’ler ins Haus der Bayerischen Wirtschaft.

Jakubetz_hardt_fkm_2Moderiert von Christian Jakubetz diskutierten Podiumsgäste und Publikum Zusammenwachsen oder absolutistische Trennung von Online und Print, Edelfedern zwischen Schreibhemmung und Schreibzwang, fehlende wirtschaftliche Konzepte für Onlineangebote, Konflikte zwischen Qualität, Geschwindigkeit und Bezahlung, das als Rettung oder Untergang der Printmedien und vieles mehr.

Auf dem Podium:
Petra Gessulat, Chefredakteurin COSMOPOLITAN und CELEBRITY
Christoph Hardt, Büroleiter des Handelsblatt
Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur sueddeutsche.de
Jürgen Marks, Stellvertretender Chefredakteur Augsburger Allgemeine
Julian Spies Redaktionsleiter tz und Merkur Online

 

„Online hapert es oft noch an Qualität – Bei dem Anspruch alles können zu müssen leidet das Handwerk“ Petra Gessulat findet es am wichtigsten, dass junge Journalisten erst einmal Schreiben lernen. Die Redaktionen bei der Cosmo arbeiten relativ unabhängig voneinander. Allerdings kann man das Hochglanzmagazin auch nicht mit Tageszeitungen und Bereich News vergleichen. Gessulat_jakobs_fkm

„Online first und dann mehr über Print“ Julian Spies propagiert die Zusammenarbeit zwischen Online und Print bei Zeitungen. Außerdem sieht er im Internet die Chance, neue junge Leser auch an die Printausgaben von heranzuführen.

Marks_neben_spiess „In Deutschland gibt es mehr Blogs als -Leser“, ulkt Jürgen Marks. Er sieht die Entwicklung der Online-Medien der großen Verlage – bis auf wenige Ausahmen wie Spiegel.de – noch ganz am Anfang. Für die Zukunft prognostiziert er neue, integrierte Strukturen mit einer übergreifenden Chefredaktion. Reichweiten, findet er, können in Zkunft nur über beide Wege gemeinsam gesichert werden. Dabei sollten sich Online und Print ergänzen. “Nur Online ist wie eine Oper ohne zweiten Akt“

„Durch reine News kann man sich nicht differenzieren“ Hans-Jürgen Jakobs sieht sich von Konkurrez a la news und Co daher nicht bedroht. Er setzt darauf, dass sich die Qualitätsmarken über News & Kommentar, umfassenden Berichten und exklusiven Geschichten durchsetzen. „Leitmedien definieren sich über Leitjournalisten – wenn diese Edelfedern Richtung Online migrieren überträgt sich das auch auf das Internet“

“Das Zusammenwachsen von Online und Print erfordert Umdenken und neue Strukturen.” Christoph_hardt

Christoph Hardt liegt mit dem Onlineangebot des Handelsblatt gut im Rennen. Bei der HB-Chefredaktion gibt es seit kurzem auch einen Olnliner in höchsten Entscheidungsgremium für Themen und Strukturen. Dass Online Journalisten vielfach noch immer als Schreiber zwieter Wahl behandelt werden führt er auf fehlende Geschäftsmodelle für das Zusammenwachsen der dualen Medienauftritte zurück.

“Es muss noch einiges getan werden – bis dahin bleibt das Ganze ein Spagat.”

Weitere Details zur Diskussion gibt es bei news aktuell und dem mediacoffee-Blog.

Wibke Sonderkamp

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