02.Juni 2010

Jetzt ist alles wieder in „trockenen Tüchern“

Manchmal bricht ein beginnender Kommunikations-GAU in die abgeschotteten Führungsetagen großer Konzern und ihrer PR Agenturen hinein, und aus Produkt-PR wird auf einmal Krisen-PR. Einen solchen Fall schildert das amerikanische Branchen-Magazin „Advertising Age“. Unter dem Titel „How Pampers battled diaper debacle“ führt es an einem Praxisbeispiel vor, wie das Unternehmen P & G als Hersteller der Pampers Windeln und seine PR Agentur sehr schnell und engagiert eine Situation „bereinigt“ haben, die sich auch gut zu einem ernsthaften PR-Debakel hätte auswachsen können. Sie widerlegten erfolgreich die zuerst auf Facebook auftauchende und dann immer weitere Kreise ziehende Aussage, dass Babies durch die neuen Pampers vermehrten Windelausschlag bekämen. Dieser Fall zeigt einmal mehr  exemplarisch, welch wichtig Rolle mittlerweile die Social Media Networks in der Kommunikationslandschaft spielen und welche Medienmacht Facebook & Co. bereits jetzt innehaben. Außerdem zeigt dieses Beispiel, dass, auf die richtige Art und Weise eingesetzt, die Wahrheit oft immer noch die beste Waffe ist. Durch die ersten Posts auf Social Websites alarmiert, reagierten die Verantwortlichen bei P & G umgehend. Mithilfe von Transparenz, Glaubwürdigkeit, geschicktem Einsatz der Medienpalette und guten Argumenten gelang es, die Aussagen zu entkräften und den guten Ruf des Produkts zu bewahren. Ende gut, alles gut. Oder wie sagte unser Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl einmal so schön: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt.“

Martin Uffmann

31.Mai 2010

Pressearbeit mit Bildern – das kleine 1×1 zum Thema PR-Bild

Wie wichtig die Verknüpfung von Bildern mit einem Text ist, zeigen wissenschaftliche Studien, die sich mit dem Leseverhalten beschäftigen. Sie zeigen, dass Bilder einen Text segmentieren und den Lesern eine Art Anker geben. Denn die meisten lesen einen Text nicht komplett durch, sondern nur diejenigen Abschnitte, die für sie persönlich interessant erscheinen. Bilder bereichern also den Text und erhöhen somit die Chance, dass er auch vollständig gelesen wird (oder überhaupt gelesen wird). Das richtige PR-Bild kann hier das Interesse an einem Text und dessen Chancen abgedruckt zu werden deutlich verstärken.

Aber was ist ein gutes PR-Bild?

Ein PR-Bild muss eine PR-Botschaft visualisieren, d.h. die Medienresonanz einer Pressemeldung verstärken. Außerdem muss es (Bild-)Redakteuren einen Nutzwert bieten. Es sollte das dazugehörige Thema authentisch visualisieren, Informationen und/oder Emotionen transportieren und natürlich zur Bildsprache der Zielmedien passen. Außerdem entlastet ein mitgeliefertes Bild das Budget der Redaktion oder den Zeitaufwand für eine Bildrecherche.

Das PR-Bild unterscheidet sich außerdem erheblich von der Werbefotografie. Werbefotografische Fotos finden in Anzeigen Verwendung, wohingegen PR-Bilder im redaktionellen Teil platziert werden. Auch die Zielgruppe ist eine andere. Werbefotos wenden sich an den Leser, wollen ihn direkt ansprechen – PR-Fotos müssen zuerst dem Journalisten gefallen, der diese dann weiterverwendet.

Wie erhalten Redaktionen ihre Pressebilder?

Unternehmen können den Journalisten ihre Arbeit erleichtern – und damit auch die eigene Chancen auf eine Veröffentlichung erhöhen – wenn sie bereits passendes PR-Bildmaterial mitliefern. Hierzu haben sie verschiedene Möglichkeiten. Sie können z.B. eigene Fotoproduktionen durchführen, oder bereits zum Thema passende Bilder kaufen. Neben den klassischen Bildagenturen werden hierbei die kostengünstigen Microstock-Anbieter wie Shutterstock, iStockPhoto oder Bigstock immer beliebter. Die Redaktionen sparen somit wie gesagt Zeit für eine eigene Bildrecherche in Ihrer Bilddatenbank oder sogar Geld für den Ankauf von Bildmaterial.

Auswahkriteren für Bildmaterial

Natürlich hängt die Auswahl letztlich vom einzelnen Redakteur oder Medium ab, aber es gibt gewisse allgemeine Auswahlraster: Der Redakteur prüft, ob die inhaltlichen Kriterien stimmen, das heißt die Bildaussage, der Informationsgehalt des Bildes und die Gestaltung. Natürlich spielt auch die technische Bildqualität eine wichtige Rolle. Dazu gehört auch die Auflösung der Bilddatei, da möglicherweise nur ein Ausschnitt des Bildes verwendet wird. Auch die Nutzungs- und Urheberrechte sowie die Quellenangabe müssen klar definiert sein.

Und last but not least muss auch das Timing stimmen. Kein Journalist wird beispielsweise Tage nach einem großen Event Fotos zu dem Thema gebrauchen können- je früher man aktuelles Bildmaterial anbietet, desto besser.

Sophie Schmid

28.Mai 2010

Der Journalismus kann sich nicht selbst retten

Heute ist es soweit: das iPad kommt in die Ladenregale. Heute morgen habe ich im Radio gehört, dass Apple mit einem so großen Ansturm auf den Apple Store in München rechnet, dass die Türen sogar eine Stunde früher als sonst geöffnet werden.

Passend dazu veröffentlichte kress online gestern einen Bericht über die Bedeutung des Gadgets für die Verlage. So glaubt beispielsweise Michael Ringier nicht, dass das iPad eine neue, zusätzliche Einnahmquelle für sein Verlagshaus sein könnte. Dem entgegen sieht der Springer-Oberste Matthias Döpfner das Apfel-Speizeug sogar als Retter der Verlage.

Wenn Herr Ringier da nicht die Bedeutung von mobilen Gadgets mit Internetzugang unterschätzt (man könnte ja munkeln, dass es an seinem Alter liegt). Denn letztendlich ist das iPad nur eine weitere mobile Plattform, bei der sich Online-Inhalte am bequemsten über ein spezielles App konsumieren lassen. Den Sinn des iPad für einen selbst mag man sehen, wie man will; ich denke, dass Apple hier einen weiteren lukrativen Markt besetzen wird – das iPad wird seine Klientel in Menschen finden, die sich nicht mit komplizierter, zu wartender und zu updatender Software auseinander setzen, sondern einfach loskonsumieren wollen – Schwerpunkt liegt auf “konsumieren”.

Aufgabe der Verlage sollte es hier sein, mobile Spielzeuge prinzipell als Einnahmequelle zu sehen und Wege der Vermarktung ihrer Medien zu suchen und zu finden. Denn die Rettung der Verlage besteht nicht im Journalismus selbst, wie Herr Ringier laut kress verlautbarte, sondern im Auftun neuer Vermarktungsstrategien. Dazu gehört aus meiner Sicht auch das Bereitstellen der Inhalte ohne Zugangsbegschränkung online. Zugangsbeschränkungen sind Bezahlformate oder das Ausschließen von Technologieplattformen.

Dass sich online Geld verdienen lässt, zeigen neue Ideen wie Location Based Services, nutzerspezifische Werbeeinblendungen in Apps oder die Nutzung von User-Verhalten, die langsam umgesetzt werden. Hier gilt es anzugreifen. Aber für mein Befinden lehnen sich viele Verleger noch viel zu locker zurück.

Jessica Schmidt

26.Mai 2010

Brief goes online

In der Medien-Branche wird heutzutage der schriftliche Austausch fast ausschließlich per Email durchgeführt. Es geht schnell, ist günstig und praktisch. Privat jedoch bin ich ein Fan des guten alten Briefes und der schönen bunten Urlaubskarten. Und dann stolpere ich über diese Schlagzeile: „Mit dem Onlinebrief startet Deutschlands traditionsreichster Offline-Konzern ins Internetzeitalter. Der Vorstoß soll den größten Gewinnbringer, die Briefsparte, retten“. So beginnt ein kluger Artikel in der Financial Times Deutschland, der zunächst fast wie ein Abgesang auf die wichtigste Sparte des einstigen Brief-Monopolisten Deutsche Post klingt. Persönlich würde ich es bedauern, in Zukunft vielleicht auf eine nette Geburtstagskarte oder einen Liebesbrief verzichten zu müssen – sei es als Absender oder als Empfänger. Aber der gelbe Post-Riese wird seine Pläne umsetzen und hat bereits mächtige Verbündete. Angesichts der bereits durch die zunehmende Anzahl an Emails sinkenden Erlöse der Briefpost und den sehr konkreten Plänen potenter Mitbewerber ein eigenes Onlineangebot zu entwickeln, bleiben der gelben Post allerdings auch wenig andere Alternativen. Lange Zeit war das Unternehmen nicht gerade durch Innovationsreichtum und Flexibilität aufgefallen. Doch seit einigen Jahren hat sich das Bild – nicht zuletzt dank vollautomatischer Packstationen, Handyporto oder iPhone Apps – etwas gewandelt. Bleibt zu hoffen, dass die gelbe Post ihre gut 500 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte auch in Zukunft fortsetzen kann. Allerdings wäre es schön, wenn die persönliche Note und der zwischenmenschliche Kontakt dabei nicht ganz auf der Strecke blieben. Dafür stehe ich auch gerne mal am Postschalter an. Schließlich kann man noch nicht alles online erledigen.

Martin Uffmann

21.Mai 2010

Studie: PR gewinnt, Werbung verliert

In der Medienwirkungsforschung ist die Wirkung von Werbung und PR nach wie vor umstritten. Eine aktuelle Studie von der FH Mainz hat das Thema nun in einer zweistufigen Analyse neu aufgerollt. Das Ergebnis zeigt: PR funktioniert vor allem, wenn es um die Vermittlung von Wissen geht und Argumente glaubhaft und überzeugend sein müssen – also bei so genannten ‘High Envolvement’-Produkten, mit denen sich der Kunde vor dem Kauf gründlich auseinander setzt, beispielsweise ein neues Auto oder ein neuer Fernseher. Die klassische Werbung entfaltet dann ihre größte Wirkung, wenn es um Produkte geht, denen der Kunde weniger Aufmerksamkeit schenkt und die er als austauschbar empfindet, etwa Produkte des täglichen Bedarfs wie Reinigungsmittel.

“Das habe ich mir doch schon immer gedacht” werden jetzt viele PR-Kollegen denken – ich habe es ja auch gedacht, als ich die Pressemitteilung gelesen habe. Das gleiche – wenngleich nicht repräsentative – Feedback bekommen wir ja immer wieder von unseren Kunden, denn IT und Clean Tech sind klassische High Envolvement-Produktbereiche. Zum Beispiel habe ich kürzlich mit einer Kundin einfach aus Interesse mal die Zugriffszahlen auf die Website des Unternehmens verglichen. Da schnellten regelmäßig die Zugriffe an den Tagen in die Höhe, an denen eine Pressemitteilung rausging. Im Gegensatz dazu gab es nur marginale Ausschläge in dem Zeitraum als eine Anzeige für Nachwuchskräfte geschaltet wurde. Seit wir die HR-Kampagne des Unternehmens auch presseseitig vorantreiben, gibt es deutlich mehr Bewerbungen. Und ein Kundengewinn lässt sich sogar in Teilen (natürlich sind die Produkte des Unternehmens auch einfach gut) auf einen Artikel in der Fachpresse zurückverfolgen: da konnte der Sales Manager im P.S. des Angebotes einen Link zu dem Artikel mitschicken, was wiederum der Aufhänger für ein viel persönlicheres Verkaufsgespräch und schließlich die Entscheidung für unseren Kunden war.

Eine andere interessante Geschichte ist der Fall eines Kunden, bei dem die Zugriffe auf das Xing-Profil im zweistelligen Bereich an einem Tag in die Höhe gingen und deutlich mehr Kontaktanfragen über die Website hereinkamen, als wir eine Presseinformation zum Ausbau des deutschen Teams verteilten.

Mit der Studie von der FH Mainz wurde die Wirkung von PR nun endlich  noch einmal anhand aktueller Zahlen und Fakten wissenschaftlich belegt. Prof. Dr, Lothar Rolke, der Leiter der Studie, geht davon aus, dass “sich der Kommunikations-Mix deutlich verändern [wird].” Ich bin gespannt, in welche Richtung. Momentan besteht der Trend in den Unternehmen, Werbe-Budgets zu streichen oder durch PR zu ersetzen – zum Leidwesen der Medien und sicher nicht zielführend für alle Beteiligten. Ich denke, auf kurz oder lang werden sich daher neue Mischformen aus PR und Werbung durchsetzen. Schauen wir mal, welche.

Jessica Schmidt

11.Mai 2010

Lieber lesen oder ansehen? Video-Interviews in Online Medien

Immer mehr Magazine produzieren für Ihren Online-Auftritt auch Video-Interviews oder andere Video-Beiträge, wie z.B. Anwenderberichte

Vor kurzem trafen wir Kathrin Schmitt vom Magazin Chip und ihr Video-Team mit unserem Kunden SugarSync zu einem Video-Interview in München. Frau Schmitt befrage Laura Yecies, CEO von SugarSync, zu den Möglichkeiten, die der Cloud Service Privatnutzern und kleineren Firmen bietet.

Bei der täglichen Informationsflut versuchen viele Magazine ihrem Publikum eine Alternative zum Lesen zu bieten und stellen neue Produkte und Services kurz in Videos vor. Im Fall der Chip ist das Video in einen Artikel eingebunden, sodass auch die „Video-Muffel” eine Zusammenfassung der Informationen lesen können.

Für Redakteure die bisher hauptsächlich geschrieben haben, bringt das neue Format einige Herausforderungen mit sich. Einige von ihnen genießen das Rampenlicht und entdecken neue Begabungen aber nicht jeder Schreiber ist auch zum Moderator berufen. Je nach Aufnahmeformat wird von den Redakteuren dazu auch erwartet, als Übersetzer zu fungieren und die oft englischsprachigen Antworten sofort ins Deutsche zu übertragen.

Egal ob die Medienhäuser interne Video-Teams aufbauen oder mit externen Partnern zusammenarbeiten, in einem Punkt sind sie sich einig: der Aufwand lohnt sich, denn die Videos werden sehr gut angenommen, wie die Click Rates belegen.

Wibke Sonderkamp

28.April 2010

Only no news is bad news?

Diese Frage stelle ich mir ja gelegentlich bei der Lektüre von Klatschzeitschriften, wenn C-Promis mit erkauftem oder erheiratetem Adelstitel wieder mal zu tiefe Einblicke in ihre verkrachten Existenzen geben. Gerade scheint diese Aussage aber auch auf einen Fall der IT-Branche zuzutreffen: alle einschlägigen Online-Medien berichteten über den zweiten Anlauf von Helmut Hoffer von Ankershoffen (mmh, auch ein Adelstitel) und seinen Frontalangriff auf Apple mit dem “WePad”.

Wir erinnern uns: bei Launch-Versuch Nummer 1 hat der gute Herr von Ankershoffen aus PR-Sicht so ziemlich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Er schaffte es zwar, die A-Riege der deutschen IT-Journalisten zur Pressekonferenz zu bekommen. Dort erhielten die Kollegen ein ausführliches Produkt-Briefing. Als es jedoch darum ging, ob man das WePad auch mal ausprobieren könne, durfte das Gerät keiner anfassen. Zu allem Übel gab das WePad dann auch noch eine Fehlermeldung von sich, die zeigte, dass auf dem Gadget nicht, wie vollmundig angekündigt, ein Linux-Derivat läuft, sondern Microsoft Windows.

Das verleitete Axel Postinett vom Handelsblatt, den WePad-Launch schon zum “PR-Flop des Jahres” auszurufen. Doch da hatte Herr Postinett die Rechnung ohne Herrn von Ankershoffen gemacht. Denn der zweite Anlauf gestern scheint geglückt und das WePad ist in aller Munde.

War der Pannenträchtige erste Produkt-Launch dann doch nur ein genialer PR-Schachzug, von dem andere Unternehmen lernen können? Denn eines hat Herr von Ankershoffen erreicht: sein WePad wird, trotz zahlreicher technischer Bugs, die immer noch bestehen, als Alternative zu Apples iPad diskutiert.

Qualitativ gute PR sieht aus meiner Sicht anders aus. Eines ist aber auf jeden Fall klar: Herr von Ankershoffen und sein WePad haben in Zeiten schrumpfender Redaktionen und Verlagskrisen erreicht, was vielen guten, und im Gegensatz zum WePad auch ausgereiften Produkten, verwährt bleibt – nämlich die gebührende Aufmerksamkeit in den Medien.

Jessica Schmidt

26.April 2010

E-Mail funktioniert nicht mehr

Wir erinnern uns: durch E-Mail sollte einmal alles besser werden. Mit dem neuen Kommunikationskanal war es möglich geworden, Personen mit relativ wenig Aufwand und innerhalb kurzer Zeit persönlich anzusprechen. Die Adressaten waren nicht mehr – wie beim Telefon – gezwungen, sofort zu reagieren. E-Mail vereinte quasi die positiven Eigenschaften von Brief, Fax und Telefon.

Geht der Weg nun wieder zurück? Zumindest ist das unser momentaner Eindruck bei der Kommunikation mit Journalisten. Die Redaktionen schrumpfen und so wird ein Journalist mittlerweile mit hunderten von E-Mails pro Tag bombardiert – vieles davon ist für ihn nicht relevant. Die Kehrseite der Medaille: Relevantes geht damit auch mal schnell unter. So ist eine Standard-Antwort, die wir momentan am Telefon bekommen: “Oh ja, klingt interessant. Haben Sie mir dazu eine E-Mail geschickt? Ja? Hab ich aber gar nicht gesehen, gut dass Sie anrufen.”

Ruft man allerdings zuerst an, heißt es meist: „Schicken Sie mir die Info doch erst mal per E-Mail.“

Ein Kollege meinte neulich ganz verzweifelt, vielleicht muss man parallel mailen und anrufen so nach dem Motto „Ich schicke Ihnen jetzt gerade eine Einladung zu dem Pressegespräch zu dem Sie unbedingt kommen wollten – rufe nur an, weil Sie die Mail sonst vermutlich nicht sehen“

Na super, Black List ich komme!

Super auch die Antwort: „Achso, Sie haben die mir an meine normale Mailadresse geschickt – das ist der öffentliche Ordner, da gucke ich so selten rein.“

Andererseits ist es natürlich auch tabu die private E-Mail der Redakteure zu benutzen, selbst wenn man diese hat.

Anrufen ist leider auch keine generelle Lösung, denn auch auf diesem Kanal werden die Journalisten so sehr bombardiert, dass sich viele ihre Anrufe gleich komplett von der Assistenz abfangen lassen, die dann den tollen Tipp hat: “Schicken Sie doch eine E-Mail“.

Der eine oder andere Redakteur ist mittlerweile am besten per Twitter, Facebook oder sonstige Communities zu erreichen, oder ploppt per Skype auf. Also zu jedem Kontakt einen Eintrag in der Datenbank, auf welchem Kanal er am besten zu erreichen ist und wie – wenn überhaupt – er seine E-Mails handhabt?

Vielleicht landen wir demnächst auch beim japanischen Modell, wo die PR-Berater jeweils persönlich beim Journalisten vorsprechen. Kein Wunder, dass die Agenturen dort mal gerne 200 Mitarbeiter haben.

In diesem Sinne – Sayonara! Ach ja: Konstruktive Hinweise sind sehr willkommen: Wie handhaben Sie Ihren Kontakt zu Journalisten?

Jessica Schmidt und Wibke Sonderkamp

23.April 2010

PR 2.0 – GlobalCom-Mitarbeiter unterwegs in der Blogosphäre

Heute berichten wir hier im Blog mal in eigener Sache: Jessica, die im Münchner Office unter anderem die Microstock-Agentur Shutterstock bei der Öffentlichkeitsarbeit berät, wurde von Robert Stögmann, dem Betreiber von blogger-antworten.com, über ihre Zusammenarbeit mit Bloggern interviewt. Robert befragt in seinem Blog andere Blogger über ihr Konzept und berichtet über Fragen rund um Blogs – und das mit wachsendem Erfolg.

Nach Einschätzung von Jessica und vieler Ihrer Kollegen werden Blogger für Unternehmen mehr und mehr zur gleichwertigen Meinungsbildnern neben Journalisten. Blogger sind in der Regel Experten auf einem Gebiet und manchmal besser informiert als ein Fachjournalist. Zudem lassen sich Informationsflüsse heute viel weniger kontrollieren oder steuern. Unternehmen müssen daher auch zu Bloggern Beziehungen aufbauen und pflegen.

Ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche PR-Arbeit mit Bloggern ist Shutterstock: für die Microstock-Agentur pflegen wir zu Bloggern ebenso enge Bande wie zu Journalisten. Dazu bringen wir Blogger, gleichberechtigt mit Journalisten, ins Gespräch mit der Unternehmensführung. Fragen und Anliegen von Bloggern werden ebenso schnell und zuverlässig beantwortet wie Anliegen von Journalisten. “Ein Blogger erzählte mir mal am Telefon, dass das gar nicht selbstverständlich ist. Bei anderen Bildagenturen werden seine E-Mails – der bevorzugte Kommunikationskanal von Bloggern, mit manchen habe ich noch nie direkt gesprochen – nicht mal beantwortet. Anrufe bei der PR-Abteilung werden nicht durchgestellt”, berichtet Jessica. Es ist also an der Zeit, dass noch mehr Unternehmen das öffentliche Gewicht von Bloggern erkennen und damit umzugehen lernen.

Hier gibt es das ganze Interview.

Ralf Hartmann

22.April 2010

Grün Suchen mit Ecosia & Co.

Das Thema Green Computing wird immer mehr zum Trend in der IT-Branche. Dementsprechend steigt auch die Nachfrage nach dem „Grünen Internet“.  Diesen Trend erkannte der Wittenberger Christian Kroll und entwickelte die Suchmaschine Forestle, die im August 2008 online ging. Die Werbeeinnahmen, die Forstle durch den Klick auf gesponsorte Links erzielt, gehen zu fast 90% an das „Adopt an Acre“ Programm, das sich den Schutz des Regenwaldes zum Ziel gesetzt hat. Durchschnittlich werden mit jeder Suche über Forestle 0,1m2 Regenwald geschützt. Die Suche bei Forestle, die anfangs noch über Google lief, erfolgt nun über Yahoo.

Seit Dezember 2009 ist nun auch der Nachfolger von Forestle online: Ecosia heißt die neue grüne Suchmaschine, die in Zusammenarbeit mit Yahoo, Bing und dem WWF, bei jeder Suche den Regenwald schützen soll. Ecosia spendet circa 80 Prozent des Umsatzes an den WWF. Pro Suche werden damit bei Ecosia 2m2 Regenwald geschützt. Ziel von Ecosia ist es, Regenwald auf einer Fläche so groß wie die Schweiz zu erhalten. Mehr zu Ecosia gibt’s auch auf dem CleanEnergy Project.

Expertenmeinungen zufolge hat jede Suchmaschine pro Suchanfrage einen CO2-Ausstoß von bis zu 7g. Nicht so Ecosia. Die Server die Ecosia betreiben laufen ausschließlich mit Ökostrom. Forestle hingegen setzt auf ein anderes Prinzip: Mit Hilfe von co2stats berechnet Forestle den kompletten CO2-Ausstoß, den die Server und Netzwerkinfrastruktur von Forestle, sowie der Computer der User produzieren und gleichen diesen CO2-Ausstoß durch den Kauf von Zertifikaten für Erneuerbare Energien wieder aus.

Auf dem gleichen Prinzip beruht auch die dritte Krollsche Suchmaschine Znout. Die Werbeeinnahmen von Znout werden zwar nicht zum Schutz des Regenwaldes eingesetzt, dafür wird der CO2-Ausstoß durch den Kauf von Zertifikaten ausgeglichen.

Eine super Idee das Ganze. Leider ist fraglich, ob solch kleinere Angebote genügend Fans beziehungsweise Anwender finden. Platzhirsch beim Thema Web-Suche ist nach wie vor Google , die im letzten Jahr einen Umsatz von 24 Milliarden US-Dollar machten. Experten schätzen, dass 95% davon durch Werbeeinnahmen entstehen. Wäre es nicht toll wenn die grünen Such-Projekte Google  anregen würden einen Teil dieser Einnahmen an Projekte zum Schutz des Regenwaldes zu spenden? 

Stefanie Nunberger

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