Beamtensprache – schwere Sprache!
Ein wesentlicher Teil der menschlichen Kommunikation läuft über Sprache – sie verbindet die Menschen. Allerdings gibt es hier auch Entwicklungen, die die Verständigung zwischen den Menschen oft erschweren, wie z.B. das Beamtendeutsch. Mit den Ursachen und Auswüchsen dieser Verkomplizierung der deutschen Sprache haben sich schon viele kluge Köpfe beschäftigt.
Eine große deutsche Tageszeitung tut dies nun von der eher humorigen Seite, im Rahmen eines Quizs: Grund genug für einen Selbstversuch: Das Fazit: auch für einen in Deutschland aufgewachsenen Akademiker birgt dieser Test einige Hürden. Die Anwendung von Logik, Erfahrungswerte und eine gute Portion Glück führten dazu, dass am Ende des Tests nicht die absolute Blamage, aber die Erkenntnis stand, dass das Beamtendeutsch durchaus als einer Art Fremdsprache gewertet werden kann, deren Beherrschung jedoch leider nicht auf der VHS gelehrt wird. Sicher mit den besten Absichten haben sich die Beamten aufgemacht, die Sprache so präzise wie möglich und damit quasi „idiotensicher“ zu machen. Doch das Gegenteil wurde erreicht. Das Beamtendeutsch wurde so zu einem Hindernis und Ärgernis im Kontakt mit den Behörden.
So verstehen die deutschen Behördenvertreter zum Beispiel unter einer „Beelterung“ die Vermittlung eines Kindes in eine Pflegefamilie und unter einer „bedarfsgesteuerten Fußgängerfurt“ eine Ampel. Dabei übersehen sie jedoch das diese Art der Sprache vom Bürger eher als Bevormundung empfunden wird und nichts an ihr bedarfsgesteuert ist, es sei denn, die Erfinder verfolgen den Zweck, die Staatsdiener vom Rest der Bevölkerung abzukoppeln.
Das Beamtendeutsch bezeichnet einen Zaun als eine „nicht lebendige Einfriedung“ und genauso wirkt auch dieses Vokabular, wie ein Zaun, der Insider und Outsider trennt. Ein Drehkreuz firmiert unter dem Begriff „Personenvereinzelungsanlage“. Nach dieser Logik ist das Beamtendeutsch eine Art Personenvereinsamungs oder –verzweiflungssprache.
Aber versuche Sie selbst ihr Glück, mal sehen, wie geduldig und findig Sie sind.
Martin Uffmann




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